Der erste Intelligenztest

Inzwischen gibt es seit gut 100 Jahren so genannte Intelligenztests. Zwar gab es auch schon zuvor verschiedene Versuche die Intelligenz des Menschen zu testen, jedoch war bei diesen Tests eine Vergleichbarkeit der Teilnehmer nicht gegeben, so dass diese Verfahren statistisch wertlos waren. 1905 entwickelten die Franzosen Alfred Binet und Théodore Simon den Binet-Simon-Test. Auslöser war das französische Schulministerium, welches einen objektiven Test forderte, mit welchem man Kinder herausfiltern wollte, die einer Förderung bedurften. So trafen der Psychologe Binet und der Arzt Simon 1904 aufeinander und hatten ein Jahr später ihren eigenen Intelligenztest entwickelt. Verschiedene Aufgaben in den Bereichen Mathematik, Sprache oder Alltägliches, wie dem Unterscheiden von rechts und links.

Mit diesem Test wurde zunächst noch nicht der heute bekannte Intelligenzquotient gebildet, sondern das Intelligenzalter. Binet und Simon stellten den Kindern jeweils 6 Aufgaben pro Lebensjahr, konnten sie weniger oder mehr lösen, senkte bzw. stieg das Intelligenzalter. Es dauerte jedoch nicht lange, bis dieser Test die Kritiker auf den Plan rief, da eine Abweichung vom Intelligenzalter in jungen Jahren schlimmer ist, als in späteren Jahren. Hat ein 6-jähriges Kind ein Intelligenzalter von 5 Jahren, ist eine Förderung zwingender nötig, als bei einem 11-jährigen Kind mit einem Intelligenzalter von 10.

Der deutsche Psychologe Wilhelm Stern nahm sich des Problems jedoch an und optimierte den Test, indem er den Intelligenzquotienten erfand. Seine simple Formel: Er teilte das Intelligenzalter durch das Lebensalter und multiplizierte das Ergebnis mit dem Faktor 100. So konnte man im Umkehrschluss dann ein genaueres Intelligenzalter bestimmen, um besser fördern zu können. Infolge dieser ersten Versuche entstanden eine Vielzahl von Tests und Überarbeitungen des Intelligenzquotienten, aber auch heutzutage gibt es immer wieder Kritik und man ist noch davon entfernt, die Intelligenz objektiv messen zu können. Vielleicht deswegen, weil es so etwas wie objektive Intelligenz gar nicht gibt.